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18.01.2009, ein Überblick
Der lange Weg zum Stadtteilzentrum

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Nach dem ersten Beitrag wird ein Diskussionsfaden eingerichtet.

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Der Runde Tisch, moderiert von PlanKom, tagte bis zum 24.11.2008. Foto: PlanKom

Marcus Baltzer

Ein Stadtteilzentrum für die Südstadt-Bult.

Ein langer, noch nicht beendeter Weg zu einer neuen kulturellen Mitte im Stadtbezirk

Januar 2009
Seit Jahren setzen sich Bürger/innen, Institutionen und Vereinigungen aus den Bereichen Kultur, Soziales und Bildung für ein Stadtteilzentrum in Südstadt-Bult ein, da eine zentrale Begegnungsstätte, wie es sie in vielen anderen Stadtteilen Hannovers gibt, fehlt.
Hat sich der Einsatz gelohnt, wird es demnächst ein Stadtteilzentrum im Stadtteil geben?

Nein, bisher hat die Südstadt kein eigenes Stadtteilzentrum, aber der Stadtteil hat sich auf den Weg gemacht:

Der Runde Tisch ‘Stadtteilzentrum Südstadt-Bult’, initiiert vom Bezirksrat, hat zum Abschluß seiner Sitzungen am 24.11.08 ein umfassendes Konzept vorgelegt, das in vielen Details die Wünsche und Vorstellungen der Teilnehmenden zusammenfaßt. Dabei wurde eine, mittels einer Umfrage belegte, hohe Nachfrage nach Räumen und Gestaltungsmöglichkeiten von zukünftigen Anbietern festgestellt.

In dem Zusammenhang ist der Umzug des Kulturbüros Südstadt von der Schlägerstr. 31 in die Böhmerstr. 8-10, in die Räumlichkeiten der Athanasiusgemeinde, im Februar 2009 zu nennen. Mit dem Umzug wird das Stadtteilzentrum nicht realisiert, aber dem Kulturbüro werden durch ein größeres Raumangebot und aufgestockter finanzieller Mittel erweiterte Möglichkeiten für die Kulturarbeit geboten.

Diese Zwischenergebnisse sind Schritte auf dem Weg zu einem lebendigen bürgernahen Stadtteilzentrum. Die Umsetzung und Weiterentwicklung des bisher Erreichten wird die Nachfrage und Notwendigkeit für ein Stadtteilzentrum wachhalten.

Wie hat alles angefangen?
Die Notwendigkeit eines Stadtteilzentrums in der Südstadt wurde immer wieder mal thematisiert und auch von der Politik aufgegriffen, wie in mehreren Absichtserklärungen und Wahlkampfbroschüren der Parteien nachzulesen ist. So gab es zu dieser Idee im November 2003 eine Stadtteilkonferenz für alle Bürger/innen, die auf eine Presseerklärung der SPD zurück geht.

Darauf hat sich der ‘Kulturfunke’, Zusammenschluß und Netzwerk der Kulturschaffenden in Südstadt-Bult, dieses Themas angenommen. Nachdem Jahr für Jahr im Sommer ein Kulturfest veranstaltet wurde, zuerst am 12.06.05, ist bei jeder Planung die Frage laut geworden, wo und an welchen Örtlichkeiten das nächste Kulturfest veranstaltet werden kann? Nur weit verstreute und vom Platzangebot nicht immer günstige Kulturstätten standen bisher zur Verfügung.
So wurde parallel zu den Kulturfesten ein Kulturkonzept (fertiggestellt im März 2007) für den Stadtteil erarbeitet, das alle Vorstellungen von Kulturarbeit und Kulturangeboten im Stadtteil zusammenfaßte und dabei deutlich machte, daß sich viele Wünsche nur realisieren lassen, wenn es an zentraler Stelle ein genügend großes und vielseitig nutzbares Gebäude gibt. Besonders an Räumlichkeiten für Workshops, Treffen und Veranstaltungen (Saal mit Veranstaltungstechnik) mangelt es in der Südstadt. Dieses Kulturkonzept zielte auf ein real vorhandenes Gebäude, der jahrelang leerstehenden ehemaligen Sehbehindertenschule, Franz-Mersi-Schule, in der Schlägerstr. 36/Krausenstr. 10, das über eine Turnhalle, als Veranstaltungssaal vielseitig nutzbar, über Werkräume, kleinere Säle, acht Klassenräumen und einem Bürotrakt verfügt. Zusätzlich ist der schöne begrünte Innenhof zu nennen, der beim zweiten und dritten Kulturfest mitgenutzt wurde (die dem Gebäude angeschlossene Südstadtbibliothek war Austragungsort für die Kulturfeste und konnte so den Innenhof für Spiel und Gastronomie mit einbeziehen).
Der Ausrichtung des Kulturfunkens gemäß war zu dem Zeitpunkt an ein Kulturzentrum, bzw. an ein soziokulturelles Zentrum gedacht worden, das nach öffentlichen Diskussionen zum erweiterten Konzept eines Stadtteilzentrums umformuliert wurde.
Dieses Kulturkonzept wurde am 19.03.07 dem Bezirksrat Südstadt-Bult überreicht und so, durch eine Anhörung des Kulturfunkens im Bezirksrat am 18.04.07, in den öffentlichen und parlamentarischen Diskurs eingebracht.

Der Gebäudekomplex Sehbehindertenschule/Südstadtbibliothek schien nicht nur wegen der Räumlichkeiten und der zentralen Lage, sondern auch wegen der Koppelung der Einrichtungen Kulturzentrum und Bücherei ideal für die Vorstellungen der Teilnehmer des Kulturfunkens. Aus drei Gründen wurde dieses Projekt zum Politikum:
Zum Einen ist die Einrichtung der Südstadtbibliothek in Gefahr, die entweder, nach Sparauflagen der Verwaltung der Stadt Hannover (nach HKP5), ganz oder zum Teil abgewickelt werden soll. Nach dem letzten Stand soll sie als Kinder- und Jugendbibliothek mit vermindertem Platzangebot erhalten bleiben. Die Standortfrage ist dabei offen.
Zum Zweiten ist das unter Denkmalschutz stehende Schulgebäude stark sanierungsbedürftig. Besonders beklagenswert ist der energetische Zustand, z.B. marode Fenster in den Obergeschossen (deshalb sind die dort befindlichen Klassenräume zurzeit nicht nutzbar),. Andererseits verfügt das Schulgebäude über eine recht neue und intakte Heizungsanlage.
Aus den beiden Punkten ergibt sich Drittens die schwierige Frage der Finanzierung eines solchen Projektes. Diese Frage kollidiert mit den Sparmaßnahmen der Stadt. Sowohl ein Stadtteilzentrum regelmäßig zu bezuschussen, als auch überhaupt das Gebäude zu erhalten geht nach Ansicht der Stadt über ihre Möglichkeiten. Stattdessen beabsichtigen die Stadtväter, die ehemalige Sehbehindertenschule lukrativ zu verkaufen, um den Etat der Stadt aufzufüllen. Deshalb wurde im November 2007 (Veröffentlichung der Ausschreibung in der HAZ vom 17.11.07) eine Ausschreibung um das Gebäude gestartet. Nach diesen Plänen hat ein Stadtteilzentrum keine Chance, in dem Gebäude realisiert zu werden. Einige Bewerber meldeten sich, die aus verschiedenen Gründen (z.B. Sanierungsbedarf und Denkmalsschutz) wieder Abstand von dem Projekt nahmen. So steht das Schulgebäude noch immer leer.

Parallel zu den Verkaufsplänen der Stadt ging der Einsatz für ein Stadtteilzentrum weiter. Neben den Kulturfunken-Teilnehmern gesellten sich Mitglieder des Fördervereins Südstadtbücherei e.V. und die im September 2007 gegründete Bürgerinitiative Stadtteilzentrum hinzu. Zwei Maßnahmen dieses Zusammenschlusses sind herauszuheben:

Erstens: Das dritte Kulturfest am 23.06.07 wurde in der ehemaligen Sehbehindertenschule, der Südstadtbibliothek und auf dem Innenhof durchgeführt. Unter dem Motto „Stadtteilzentrum für einen Tag“ wurde auf die hohe Eignung des Gebäudes für Kulturarbeit hingewiesen.
Das Fest wurde von zahlreichen Bürger/innen besucht, die an einer Vielzahl von Veranstaltungen (z.B. 4 Theateraufführungen, ein Rock’n’Roll-Konzert, Modeschau, Lesungen, Ausstellungen, Mitmachaktionen) teilnehmen konnten.

Zweitens: Die Unterschriftensammlung für ein Stadtteilzentrum, die während des Kulturfestes, davor und danach durchgeführt wurde, erbrachte ca. 1800 Unterschriften, die am 07.01.08 dem Büroleiter des Oberbürgermeisters übergeben wurden.

Ebenso wurde wiederholt die Forderung nach einem Runden Tisch gestellt, um dem Diskussionsprozeß eine breitere Basis zu geben und mit den politischen Handlungsträgern und Vertretern der Verwaltung weiter zu führen. Nach einer Auftaktveranstaltung am 15.10.07 nahm der Runde Tisch am 21.01.08 seine Arbeit auf. Ihm gehörten Vertreter der folgenden Institutionen und Arbeitskreise aus Südstadt-Bult an: AK Südstädter Vereine, Behindertenvertretung, Bezirksrat, Bürgerinitiative Stadtteilzentrum, Förderverein Südstadtbücherei, Kirchen, Kulturfunke, Seniorenbeirat, Stadtelternrat, Stadtteilrunde Kinder- und Jugendarbeit, Wirtschaftsforum Südstadt.

Der Runde Tisch hat, auf Grundlage des Kulturkonzeptes und nach langen Diskussionen ein umfassendes und detailliertes Konzept für ein Stadtteilzentrum erarbeitet. Es wurde auf der letzten Sitzung des Runden Tisches am 18.11.08 verabschiedet und der Verwaltung und dem Bezirksrat übergeben. Dieses Konzept wurde standortunabhängig erstellt und umfaßt die Bereiche Kultur, Bildung, Soziales, spezielle Interessen (wie Feste, Basare, etc.), Politik und Bürgerservice. Es ist auf ein Gebäude von ca. 1.500 m² zugeschnitten, welches an sieben Tagen der Woche in einer Kernzeit von 8:00-22:00 Uhr geöffnet sein soll. An Zuschußbedarf, angelehnt an vergleichbaren Stadtteilzentren im Stadtgebiet, wird von ca. 350.000-400.000 EURO jährlich ausgegangen. Durch das Konzept wird auf die große Nachfrage nach Bürgerarbeit und -engagement jeglicher Art in einem zentralen Gebäude hingewiesen. Die Suche nach einem Standort und geeigneten Möglichkeiten der Umsetzung und Kooperation mit bestehenden Einrichtungen ist offen.

Der Prozeß ist im Gange, Fortsetzung folgt.

Marcus Baltzer, 18.01.09
Letzte Aktualisierung: 19.01.2009

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Die Stadtbibliothek und die Sehbehindertenschule standen zuerst auf der Wunschliste als Ort des Stadtteilzentrums.

Das Konzept zum Stadtteilzentrum kann auf der folgender Website unter „news“ heruntergeladen werden: www.plankom.net

Letzter Stand:
Der Bezirksrat Südstadt-Bult beschloß am 6. Oktober die Verlegung des Kulturbüros in Räume der Athanasiusgemeinde und möchte es dort zu einem noch weiter zu entwickelndem Stadtteilzentrum umformen.

-> Protokoll des BzR vom 06.10.2008

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Unser Autor Marcus Baltzer (stehend) beteiliegte sich aktiv am Runden Tisch. Foto: PlanKom

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Foto: PlanKom

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Athanasiusgemeinde: Nach hierhin wird das Kulturbüro nach dem Willen des Bezirksrates verlegt. Dabei wünscht er sich eine Weiterentwicklung und Unformung zu einem Stadtteilzentrum.

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